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Menschen Würde geben

In den letzten vier Jahren unterstützte FCTrelief mit seinem Tochterverein „Herz für Bulgarien“ fünf Ausflüge für pensionierte Menschen mit Behinderungen aus Bratsigovo, Bulgarien. So schenken wir Menschen die Möglichkeit für etwas Abwechslung und geben ihnen Würde. Gordon Merk berichtet.





Der Verein für Menschen mit Behinderungen in Bratsigovo organisiert regelmäßig Ausflüge, damit Menschen mit Behinderungen ab und zu Aussergewöhnliches erleben können. Der Alltag gibt oft nicht viel her, so schätzen sie solche Ausflüge umso mehr. Dies vermittelt die Würde, die ihnen machmal leider enthalten wird. Was viele Menschen im Westen als selbstverständlich erachten, wertschätzen andere Menschen als etwas besonders. FCTrelief macht es möglich.

 

Bulgarien ist ein sehr schönes Land und bietet viele Sehenswürdigkeiten. Man nennt es auch „die Schweiz in Osteuropa.“ Dies nicht wegen der wirtschaftlichen Lage (Bulgarien ist das ärmste Land der EU), sondern wegen der Landschaft: Wälder, Berge, Flüsse—Bulgariens Natur ist wunderschön. Darüber hinaus hat es sogar ein Meer zu bieten, das Schwarze Meer.

 


Ausflüge mit Sehenswürdigkeiten


Bulgarien hat eine lange, reiche Geschichte. Die ersten Zivilisationen im bulgarischen Gebiet gehören zu den ältesten Europas, Plovdiv (früher auch „Philippopolis“ genannt nach Philip, dem Vater von Alexander des Großen) ist eine der ältesten bewohnten Städte Europas. Später war das Gebiet von Bulgarien Teil des Römischen Reichs. Der erste christlichen Kaiser Konstantin I. wollte Serdika (der römische Name von Bulgariens späterer Hauptstadt Sofia) zur Hauptstadt des oströmischen Reiches machen. 681 wurde das Königreich Bulgarien gegründet.

 

Daher sind überall im Land viele Sehenswürdigkeit zu finden. Die Museen, Kloster und Denkmäler zeugen davon. Und genau solche Orte sind Ziele der Ausflüge, die wir unterstützten. Im Jahr 2020 ging die Reise nach „Shipka,“ wo sowohl eine Kirche wie auch ein Steinturm als Denkmäler stehen. Die entscheidende Schlacht gegen das Osmanische Reich wurde dort trotz Unterzahl gewonnen.

 

In 2022 besuchte eine Gruppe des Vereins Museen, Kirchen und Kloster in Assenovgrad und Kalofer. Kloster waren während der osmanischen Besetzung (ab Mitte 14. Jh.) wichtige Orte des Schutzes und der Bildung. Der christliche Glaube wurde trotz Unterdrückung behalten und weitergegeben. Daher die enge Verbindung von Geschichte und Religion in Bulgarien—ihr Glaube an Gott gab ihnen Kraft während dieser sehr schwierigen Zeit. Schöne, oft melancholische Lieder und Gedichte stammen von dieser Zeit der Trübsal. Ein Jahr danach ging es zum wunderschönen Kloster in Bachkovo und dann höher ins Gebirge zur Gedenkstätte „Krastova Gora“ („der Wald des Kreuzes“). Die diesjährige Exkursion ging nach Karlovo und dann Kazanlak, bekannt für die bulgarischen Rosen und dessen Rosenöl.





Wintersocken für Sambia

 

Als kleines Zeichen dieser Dankbarkeit startete der Verein, unter Leitung von Dimitrika Kaneva, eine Sammelaktion für unsere Kinder in Sambia. Nebst Schulmaterial, Kleidungsstücken, Mützen und anderen Sachen, wurden auch viele handgemachte bulgarische Wintersocken gespendet. Jemand fragte ob solche dicken Socken überhaupt gebraucht werden in Afrika, der „Kontinent der Sonne.“ Meine Antwort war, dass es für sie ab plus 15 Grad bereits „kalt“ ist… und wenn man die häuslichen Situationen von einigen unserer Kinder anschaut, dann sind solche dicken Socken als eine Art „Hausschuhe“ sehr praktisch.

 

Diese speziellen Wollensocken heissen „Terlitsi.“ Jedes Paar ist ein Einzelstück, ein Original. Und dies war auch die symbolische Botschaft an unsere Kinder in Sambia: sie alle sind Einzelstücke und Originale! Die Freude war groß, die Dankbarkeit auch, und die Überraschung solche Socken, die sie noch nie gesehen hatten, war speziell. Die Aktion war ein Erfolg! Die bulgarischen Medien berichteten darüber, speziell mit einem Video, in welchem die Kinder „Blagodaria“ (Danke) auf Bulgarisch sagten. Herz für Bulgarien ist dankbar.





So ist es zu einer speziellen Verbindung zwischen der Arbeit von FCTrelief in Bulgarien und Sambia gekommen. Die Frauen, die diese Socken stricken, sind begeistert und es werden bereits noch mehr gesammelt. Diese Aufgabe gibt auch ihnen eine Freude und Würde, etwas für andere tun zu können. Sie sind nicht nur trotz Behinderung unterwegs, sondern auch aktiv. Wir sind ihnen dankbar. Manchmal kann Kleines wirklich Großes bewirken.

 

Unterstütze auch du unsere Arbeit, wie es dir möglich ist. Es lohnt sich. Danke!





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