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Menschen verbinden sich nachhaltig

Bulgarien

 

330px-Bulgaria_in_European_Union.png Fläche 110‘910 km2  
Hauptstadt Sofia  
Einwohnerzahl 7‘327‘224  
Landessprache Bulgarisch Slavische Sprache, Kyrillisches Alphabet
     
0-14 Jahre 13.2% der Bevölkerung (Schweiz: 15.2%)
15-64 Jahre 68.3% der Bevölkerung (Schweiz: 67.8%)
65 Jahre u.m. 18.5% der Bevölkerung (Schweiz: 17%)
Geburten 4.6 auf 1000 Einwohner

(Schweiz 9.53 auf 1000 Einwohner)

Geografie

Bulgarien liegt im Südosten Europas und grenzt im Norden an Rumänien mit der Donau als natürliche Grenze, im Westen an Serbien und Mazedonien, im Süden an Griechenland und die Türkei. Im Osten bildet das Schwarze Meer die natürliche Grenze, dessen Strände sehr beliebte Feriendestinationen im Sommer sind. Hauptstadt und Regierungssitz der Republik Bulgarien ist Sofia. Weitere bedeutende wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentren sind die Städte Plowdiw, Warna, Burgas, Russe und Stara Sagora.

Bulgarien weisst viel Gebirge mit guten Skigebieten auf. Die bekanntesten Skiorte sind Bansko, Borowets und Pamporovo, welche mehr und mehr Ausländer anziehen und in Bansko finden auch Skiweltcuprennen statt. Das Balkangebirge erstreckt sich horizontal fast durch das ganze Land; die Rhodopen im Süden; das Rilagebirge mit dem wunderschönen Rila Kloster befindet sich im Südosten, angrenzend südlich das Witoschagebirge, welches die Hauptstadt Sofia halb umschliesst. Das Klima ist südeuropäisch, sehr warm im Sommer, jedoch sehr kalt im Winter, speziell in den Berggebieten.

Geschichte & Wirtschaft

Das Gebiet des heutigen Bulgarien ist bereits seit der Steinzeit besiedelt. Ein 1972 im Gräberfeld von Warna gefundener Goldschatz gilt als älteste derartige Ausgrabung weltweit. In diesem Gebiet entstand in der Bronzezeit aus den Thrakern eine entwickelte Gesellschaft, was zwischen dem 11. bis 6. Jahrhundert v. Chr. zum thrakischen Staatsgebilde führte. Nach der Eroberung durch die Römer im Jahr 29 v. Chr. begann die Romanisierung der Bewohner. Noch heute findet man viele bemerkenswerte Überreste dieser Zeit, ihnen vor an ein Amphitheater in Plovdiv.

Vor rund 800 Jahren war Bulgarien ein grosses und mächtiges Königreich. Es erstreckte sich bis an drei Meere, das Schwarze Meer im Osten, das Ägäische Meer im Süden und das Adriatische Meer im Westen. Doch mit dem Niedergang des Byzantinischen Reichs (1453) waren diese Gebiete unter den ersten, die von den Ottomantürken eingenommen wurden. Es folgte eine finsterste Zeit in der bulgarischen Geschichte. Zwangsislamisierung und Unterdrückung war die Praxis der türkischen Herrschaft. Bulgarien war bereits seit Mitte des 7. Jahrhunderts offiziell christlich, doch es beugte sich dem Islam nicht, sondern stand fest in im christlichen Glauben, was mit viel Leid, Not und Unterdrückung verbunden war. Der grosse Poet und Historiker Christo Botev schrieb ausführlich über dieses harte Schicksal. Mit Hilfe der Russen konnten die Bulgaren unter der Führung von Vasil Levski (‘Der Apostel Bulgariens‘ genannt) im Jahr 1878 das Türkische Joch abwerfen. Diese Begebenheit wird jedes Jahr als die grosse Befreiung gefeiert.

Die zweite schwierige Zeit der bulgarischen Geschichte folgte in der Zeit der Weltkriege und der Nachkriegszeit. Durch die Balkankriege zu Beginn des 20. Jahrhundert verlor Bulgarien viel Land, was die Regierung des damaligen Deutschland versprach wieder herzustellen. Diese Allianz bewährte sich jedoch nicht und obwohl Bulgarien 1944 die Seiten gewechselt hatte, wurden sie wegen dieser Allianz hart bestraft. Eine bemerkenswerte Heldentat aus dieser Kriegszeit war die Rettung von rund 50’000 Juden. Gegen die Machenschaften der bulgarischen Regierung weigerte sich die Bevölkerung Juden auszuliefern. Der Orthodoxe Priester legte sich sogar auf die Schienen vor einen Zug, um Juden Befreiung zu ermöglichen.

Nach diesem Krieg folgte die Zeit des Kalten Krieges zwischen Ost und West, wobei Bulgarien durch gefälschte Wahlen und andere politische Manöver, unter kommunistische Herrschaft viel. Dies führte zum wirtschaftlichen Niedergang Bulgariens. Mittlerweile ist es eine Tatsache der Geschichte, dass der Kommunismus nicht nur eine unwissenschaftliche Philosophie ist, sondern vor allem nicht funktioniert. Zu jener Zeit war es ein Traum, der verwirklicht werden wollte. Unter dem Schein der ‘Gleichheit‘ verarmte die Gesellschaft bis auf die Grundversorgung, während die Elite im Wohlstand lebte. Leider wurde aus dem reichen Bulgarien, wie auch Rumänien, ein armes Land.

Dies hat heute noch Auswirkungen, trotz zwanzig Jahre Demokratie und Beitritt zur EU im Jahre 2007. Wer Macht hat kontrolliert die Wirtschaft. Das kommunistische Erbe hat viel Schaden hinterlassen, das Falsche gefördert und langfristige Spuren bei den Menschen hinterlassen. Es benötigt eine neue Generation, die mehr vom Westen beeinflusst ist, um ein neues Bulgarien zu schaffen. Die meisten Bulgaren leben mit einem Minimallohn und viele versuchen im Westen etwas mehr Geld zu verdienen. Obwohl Bulgarien nicht viel an Rohstoffen und Produktionen zu bieten hat, investieren sich mehr und mehr grosse Firmen im Land, weil es ein guter Arbeitsmarkt vorhanden ist.  Eine gut gebildete Schicht von Arbeitern kann in den kommenden Jahren dazu beitragen den wirtschaftlichen Anstieg voranzutreiben.

Herausforderungen

  • Korruption ist ein grosses Problem, welche den wirtschaftlichen Aufstieg verhindert und es vielen kompetenten Leuten schwer macht, etwas zu erreichen.
  • Armut ist in den ländlichen Gebieten ein immer anzutreffendes Problem, vor allem unter den Minderheiten den Romas.
  • Schlechte wirtschaftliche Aussichten und Möglichkeiten treiben viele ausgebildete junge Leute ins Ausland.
  • Der Mangel an Arbeitsplätzen und wirtschaftlichen Möglichkeiten macht es speziell benachteiligten Menschen schwer, Fuss zu fassen. Selbst ein einfaches Leben ohne grosse Ansprüche zu führen, ist äusserst herausfordernd. Dies trifft Waisen, ältere Menschen und handicapte Menschen am härtesten.

In Bulgarien leben rund 50’000 verwaiste oder verlassene Kinder und Jugendliche. Die Hilfe des Staats ist gering und Jugendliche sind früh mit Kriminalität in Kontakt, was zu ihrer Zukunft wird (Diebstahl, Drogenhandel, Prostitution, Menschenhandel).